Grenzen setzen und Nein! sagen und die emotionale Abhängigkeit


Wir dürfen uns nicht durch die begrenzten Vorstellungen anderer Leute definieren lassen.

Virginia Satir


Es muss Leute geben, die sich falsch benehmen, sie dienen den Normalen als Sündenböcke und als Gegenstand des Interesses.

Carl Gustav Jung

Was genau sind denn Grenzen?

Es gibt sowohl räumlich Wahrnehmbare, als auch mental kognitive Grenzen. Ein deutliches Nein! von mir an meine Umwelt ist sowohl eine räumlich Wahrnehmbare, als auch eine mental kognitive Grenze. Dies zeigt meinem Gegenüber deutlich, dass es mir seine Art – und Weise der Weltanschauung auf keinen Fall aufdrängen darf.

Die Grenzsetzung ist meiner Meinung nach ein Bedürfnis, ja eine Grundvoraussetzung zur Entfaltung von gesunden Persönlichkeitsstrukturen. Hier gilt es also, den Menschen von Anfang an, sanft in sein Dasein als Individuum zu begegnen.

So lernte ich Grenzen zu setzen

Vor einigen Jahren, da wusste ich nicht einmal, dass es überhaupt Grenzen gibt. Erst 1996 war ich zum ersten Mal mit Grenzen konfrontiert. Später erfuhr ich, dass zwischen Eltern und Kindern eine gesunde Grenze vorherrschend sein solle, damit das Kind lernt, sich gegenüber der Familie und demnach gegenüber fremden Menschen abzugrenzen. Im Jahre 2013 vertiefte ich dann mein Wissen über die verbalen und die nonverbalen Grenzen. Hinzu kommt auch meine

synästhetische Orientierung die ursächlich mit meinem Persönlichkeitsmerkmal der Hochsensibilität verbunden ist. D. h., ich fühle mit, was andere Menschen fühlen.

Alles fing eigentlich damit an, dass ich nach etlichen Jahren fühlte, dass ich die Bedürfnisse der Mutter, koste es was es wolle, irgendwie nicht mehr erfüllen wollte. Ziemlich versteckt fühlte ich jedoch, dass wenn ich der Mutter nein sage, dass sie mich evtl. ablehnen würde. Erst heute weiß ich, es war die Angst vor Verlust der Mutter bzw.  eigentlich der Mutterliebe. Von da an erkannte ich meine großen Ängste vor dem Abgelehnt werden, im Anschluß war klar, ich war ein abgelehntes Kind, bereits im Bauch der Mutter.

In letzter Zeit war es schon oft so gewesen, dass ich mir nur Bücher kaufte, von denen ich unbewusst fühlte, dass genau in diesem einen Buch eine Erklärung und Erkennung meines gefühlten Gefühles gibt. Und genauso zeitgleich stieß ich an Alice Miller, diese Frau berichtete in ihren Büchern genau von den Gefühlen, die ich zwar fühlte und die mir sehr sehr weh taten, doch ich deren Namen absolut nicht wusste; geschweige denn, deren Existenz. Fest stand, dass sich mein Leid-Bild als die narzisstische Besetzung und/oder emotionale Abhängigkeit seitens der Eltern definierte.

Und so war mein Erleben diesbezüglich: Narzisstisch besetzte Kinder übernehmen und identifizieren sich mit der Verantwortung für die Erziehungspraktiken ihrer Eltern. Sie verdrängen im Erwachsenenleben alle Verletzungen, schonen und decken unbewusst somit die Eltern und kämpfen

immer noch um deren nie dagewesene Aufmerksamkeit und Liebe. In narzisstischen Familien übernimmt das Kind, um der elterlichen Liebe Wegen – völlig unbewusst – die unerfüllten Bedürfnisse seiner Eltern, indem es in die Rolle des Sündenbockes hineinmanövriert wird. Von da an besteht die Möglichkeit, dass das Kind von dem Rest der Familie ebenfalls als insgeheimer Sündenbock einberufen wird.

Somit wird das Kind automatisch zur emotionalen Abhängigkeit “erzogen”, indem es von nun an die maßlosen Launen wie Wut, Groll, Zorn, Aggression und jegliche Art von psychischem und körperlichem Gewalt der Familie ausgesetzt ist und alles hinunterschluckt.

Das Kind lernt somit sich so zu verhalten, wie die jeweilige Laune der Familie ist: Es wird also abhängig von den emotionalen Schwankungen der Eltern und benimmt sich nach deren Schwankungen, um sich ja evtl. weiteren Ärger zu ersparen, oder zu dämmen: Das Kind sorgt also für das psychische Wohl der Eltern und verinnerlicht somit, dass es nur für die Befriedigung der Eltern existiert.

Das Kind wird also auf diese Art geprägt und ist dann später in seinem Leben – da es ja seine Lernerfahrungen noch nicht kennt – weiteren solchen Energievampiren gnadenlos ausgeliefert: Es lernte ja emotional nur zu geben und dadurch verwischten sich ja völlig die Ich-Grenzen des Kindes.

Ironischer Weise stecken Eltern unbewusst in solche Rollen oft jene ihrer Kinder, welche auch eine starke innere Dynamik besitzen, die die gesamten psychischen und körperlichen unnatürlichen Defizite der Familie austragen und “ausgleichen” kann.

Dabei rückt bei dem Kind der Selbstwert und die Ich-Struktur auf die hinterste Reihe und wird verdrängt. Im Anschluß besitzt das Kind die Persönlichkeitsstrukturen seiner Familie. Solange das Kind von diesen krankhaften Strukturen nicht geheilt ist, gestaltet sich sein weiteres Leben nach diesen Fremd-Strukturen, bis es – hoffentlich – seine komplizierten Denkmuster erkannt hat.

Denn alle Menschen haben immer genaue Vorstellungen davon, wie wir unser Leben am besten zu leben haben. Doch nie wissen sie selber, wie sie ihr eigenes Leben anpacken sollen.

Paulo Coelho

Jeder Verlust macht uns zu Künstlern, da wir die Muster unseres Lebens neu weben müssen.

Greta W. Cosby

Mir fällt es heute noch schwer es anzunehmen, da meine Ich-Grenzen völlig verwischt waren, dass Eltern ihren Kindern – im Namen der Erziehung! – und weil das Kind ihnen ‘auf Gedeih und Verderb’ ausgeliefert ist, die Persönlichkeit des Kindes von Anfang an mutwillig wegen purer Unwissenheit zu zerstören. Auch wenn die Wissenschaft heute davon erzählt, vieles passiere unbewusst, so gebe ich mir die Freiheit und frage mich trotzdem: “Weshalb ist komischerweise mir all dies jetzt bewusst und den Eltern unbewusst geblieben?!”

Ach ja, was mir ebenfalls im Laufe der Zeit ins Auge stach ist, dass auch in der Gesellschaft solche ungeschriebenen Gesetze vorherrschend sind. Dies sind also jene insgeheimen Regeln, die zwar nicht in Gesetzbüchern stehen, jedoch wird durch die Gesellschaft deren Erfüllung erwartet. Als Beispiel sei hier Mal das überall vielfach ausgeübte Mobbing an Schulen oder Arbeitsplätzen erwähnt: Wikipedia: Mobbing steht im engeren Sinn für “Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Arbeitsplatz hinauszuekeln.”

Kein Weg ist länger, als der Weg vom Kopf zum Herzen.

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01.2018